Anatomie
Gelenkknorpel taucht wie der Name sagt, in unseren Gelenken auf und soll dort zur Stoßdämpfung und Reibungsminimierung beitragen. Da er nicht durchblutet wird, ist unser Knorpel auf eine Nährstoffaufnahme durch Bewegung angewiesen. Konkret erhält er seine Nährstoffe durch Diffusion aus der “Synovia” (Gelenkschmiere), die unser Körper bei Bewegung bildet. Zu großen Teilen besteht unser Knorpel aus Kollagen. Diese kollagenen Fasern benötigen je nach Fasertyp Druck und Zug um ihrer Funktion nachzukommen.
Merke: Entgegen der landläufigen Meinung ist Bewegung essenziell und unabdingbar bei Arthrose

Ursachen & Entstehung
Im Verlauf einer Arthrose kann es zu folgenden Anpassungen kommen:
- Die Fähigkeit des Knorpels Wasser zu speichern lässt nach
- Gelenkkapsel verdickt sich durch entzündliche Botenstoffe ⟶ Bewegungseinschränkungen
- Rissbildung in der Knorpelzone
- Der Knochen verdichtet sich und es entstehen “Osteophyten” (Knochenanbauten) = Reparaturversuch des Körpers zum Stabilitätserhalt
- Muskelkraft lässt nach, da der Körper in einer fehlgeleiteten Reaktion die Muskulatur hemmt (arthrogene Hemmung)
- Anlaufschmerz
- Belastungsschmerz und Steifigkeit
- Ruhe- und Nachtschmerz
- Geräusche beim Bewegen (Krepitation)
Symptome
Im Verlauf einer Arthrose kann es zu folgenden Anpassungen kommen:
- Die Fähigkeit des Knorpels Wasser zu speichern lässt nach
- Gelenkkapsel verdickt sich durch entzündliche Botenstoffe ⟶ Bewegungseinschränkungen
- Rissbildung in der Knorpelzone
- Der Knochen verdichtet sich und es entstehen “Osteophyten” (Knochenanbauten) = Reparaturversuch des Körpers zum Stabilitätserhalt
- Muskelkraft lässt nach, da der Körper in einer fehlgeleiteten Reaktion die Muskulatur hemmt (arthrogene Hemmung)
- Anlaufschmerz
- Belastungsschmerz und Steifigkeit
- Ruhe- und Nachtschmerz
- Geräusche beim Bewegen (Krepitation)
Diagnostik
Zunächst folgt eine Anamnese, bei der die Fragen nach Schmerz, Bewegungseinschränkungen und Gelenkgeräuschen im Vordergrund stehen.
Hierbei wird insbesondere auf “Kapselmuster” geachtet (Reihenfolge an Bewegungsrichtungen die bei der jeweiligen Arthrose zuerst einschränken).
z.B. Hüftarthrose: Innenrotation > Beugung > Abspreizung > Rückführen des Beins
⟶ Bei der Hüfte ist typischerweise die Innenrotation stark eingeschränkt, während Außenrotation und Heranführen des Beins gut funktionieren
Falls notwendig wird per Röntgenbild geprüft, ob eine Gelenkspaltverschmälerung (durch den Knorpelabbau) oder Osteophyten (Knochenanbauten) wie sie bei einer Arthrose auftreten für die Beschwerden verantwortlich sein können.
Wissen für Patient/in
- Arthrose ist chronisch ⟶ aber das Fortschreiten kann verlangsamt und sowohl die Symptome gelindert als auch die Gelenkfunktion gesteigertwerden
- Ziel ist Schmerzreduktion/Schmerzfreiheit durch aktive Therapie
- Gezielte Kräftigung der Muskulatur entlastet unsere Gelenke da eine starke Muskulatur dem Gelenk mehr Stabilität gibt
- Eine Gewichtsreduktion (wo sinnig) um 1% kann das Risiko für einen späteren Gelenkersatz bereits um 2% verringern Merke: Veränderungen in unseren Gelenken sind normal und jeder weist gewisse Anpassungen auf. Schmerzen haben trotz Befund nicht alle, weswegen du dich bei der Diagnose Arthrose nicht gleich von deinen Hobbies verabschieden musst. Gezielte Aktivität zur Entlastung ist das Stichwort.
Mythen & Irrtümer
“Knorpel wächst wieder nach” ⟶ Auch wenn es in der Werbung immer wieder gepredigt wird ist das nicht realistisch. Da helfen leider weder Gummibärchen noch teure Präparate aus dem Netz
“Auf dem Röntgenbild war kaum mehr Knorpel, das muss zu 100% meine Schmerzen auslösen” ⟶ Tatsächlich gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Gelenkverschleiß und Schmerzen.
Beispielsweise haben 40% der Menschen mit gesicherter Kniearthrose keine Schmerzen (Arthrose als Zufallsbefund). Nur weil die Knorpeldicke geringer ist, muss das nicht der Grund der Schmerzen sein
“Bloß den Sport sein lassen, sonst ist Knie/Hüfte ganz hin” ⟶ Regelmäßige Gelenkbewegung und Belastung fördern nachweislich die Knorpelgesundheit, die Qualität der Knorpelzellen und steigern sowohl Belastbarkeit als auch Muskelkraft, die wiederum in direktem Zusammenhang mit der Gelenkentlastung steht.
Angepasste Bewegung ist nicht das Problem, sondern viel mehr der Goldstandard in der konservativen Versorgung. Entscheidend ist, das richtige Einstiegslevel zu finden, und danach kontinuierlich zu steigern. Denken Sie an das Beispiel mit dem Schwamm!
Bedingt ist die Aussage dennoch bei einer “aktivierten Arthrose” korrekt. Hierbei entzündet sich das Gelenk, wobei Schmerz und Schwellung Sport ohnehin nicht ermöglichen.
Ärztliche Therpie
- Medikamentös ⟶ Paracetamol oder Ibuprofen, Diclofenac (Absprache ausschließlich mit Arzt!)
- Injektionen ⟶ Kortison (entzündungshemmend)
- Radiofrequenz-Ablation ⟶ Blockierung kleiner schmerzleitender Nervenäste minimalinvasiv
- Operativ ⟶ Gelenkersatz bei ausbleibendem Therapieerfolg
Eine Operation im Rahmen eines Gelenkersatzes wird erst bei sehr fortgeschrittenen Arthrosen in Abhängigkeit zu Schmerz und Funktion des Gelenks in Erwägung gezogen. Wird die Arthrose zu einer mentalen Belastung durch schmerzbedingten Schlafmangel, Probleme am Arbeitsplatz oder durch die Unfähigkeit an sozialer Teilhabe wird in der Regel gemeinsam eine OP abgewogen. - Vorausgehen sollten in jedem Fall konservative Methoden im Rahmen der manuellen- und trainingstherapeutischen Behandlung, sowie Gewichtabnahme.
- Je nach Grad und Lokalisation der Arthrose kann eine Teilprothese oder eine Vollprothese (TEP) eingesetzt werden. Aufgrund der fortgeschrittenen OP-Technik und verbesserten Materialien im Vergleich zu früher kann eine Hüft-TEP beispielsweise 20-25 Jahre ihre Dienste tun, ehe ein Tausch in Frage kommt. Mit jedem Tausch sinkt allerdings auch die Dauer, die das neue Gelenk “hält”. Aus diesem Grund sollte eine OP im Bezug auf das Alter des/der Patient/in so weit wie möglich herausgezögert werden.
Unser Therapieansatz
1. Anamnesegespräch und Funktionsuntersuchung
Auch wir führen neben dem Arzt nochmal ein Gespräch mit anschließender Funktionsuntersuchung um ein umfassendes Bild über Beschwerden und mögliche dazu beitragende Faktoren zu bekommen. Diese Evaluation bildet die Grundlage für die spätere Therapie.
2. Aufklärung
Das Thema Aufklärung ist uns sehr wichtig. Unser Ziel ist es ein Verständnis für das vorliegende Probleme zu schaffen, aber auch Lösungswege dafür aufzuzeigen und Ängste zu nehmen, die oftmals unbegründet sind. Wir sind der Überzeugung, dass das Wissen über ein Problem und die nächsten Schritte zur Linderung einen großen Teil zu einer erfolgreichen Therapie beitragen.
3. Manuelle Behandlung
Mobilisationstechniken zur Steigerung der Beweglichkeit können eine gute Vorbereitung auf die in den Leitlinien empfohlene Trainingstherapie sein. Sie können kurzfristig Schmerzen lindern und Beweglichkeit freigeben. Diesen Effekt möchten wir uns zu Nutze machen, um das Gelenk anschließend besser belasten zu können und so leistungsfähiger zu machen.
4. Trainingstherapie
Wie bereits erwähnt ist die beste Therapie bei Arthrose entgegen veralteter Bilder die Trainingstherapie. Unser Knorpel braucht Druck und Zug um zu funktionieren und unser Gelenk Bewegung um Gelenkschmiere zu produzieren. Unsere Muskulatur kann die Gelenke entlasten bei adäquater Kräftigung. Regelmäßiges Krafttraining reduziert entzündliche Zytokine und steigert die Bildung entzündungshemmender Botenstoffe. (Hoff et. al 2022, Glyn-Jones et. al Jancet 2015).
Entscheidend ist ein angepasstes Trainingsprogramm an den aktuellen Zustand, der schrittweise gesteigert werden kann.
Fazit
Arthrose ist ein natürlicher Alterungsprozess des Körpers den wir nicht umkehren können. Dennoch lassen sich etwaige Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bei frühzeitiger Therapie gut behandeln. Wir hoffen wir konnten die aktuelle wissenschaftliche Faktenlage gut darstellen und zu aktivem Training ermutigen. Oftmals lässt sich ein Gelenkersatz vermeiden oder zumindest um einige Jahre herauszögern. Die wichtigste Person, auf die es dabei ankommt sind Sie. Training = Therapie und Therapie = Training




